Förderpreis der Agrarwirtschaft 2009

Förderpreis der Agrarwirtschaft 2009
Foto: Felix Jürgen Holland

Die ‚agrarzeitung‘ (az) zeichnet jedes Jahr die besten Nachwuchstalente der Agrarbranche mit dem Förderpreis der Agrarwirtschaft aus. Dank der Unterstützung namhafter Sponsoren fördern wir die besten Talente mit einem stattlichen Preisgeld. Drei kluge Köpfe haben die unabhängige Jury mit ihren Ideen überzeugt. Philipp Spinne, Benedikt Ley, Anna Izabela Piasecka und Thorsten Kerzel (v.l.n.r.)

Förderpreis der Agrarwirtschaft 2009 - Thorsten Kerzel

Thorsten Kerzel

Für Thorsten Kerzel war sehr früh klar: er will als landwirtschaftlicher Unternehmer arbeiten. Der angehende Hohenheimer Agrarwissenschaftler übernahm im Jahr 2001 gemeinsam mit seinem Bruder den vom Vater als Wiedereinrichter Anfang der 90er Jahre gegründeten Agrarbetrieb im nordwestlichen Sachsen-Anhalt. Knapp 400 ha Nutzfläche mit weniger als 40 Bodenpunkten bewirtschaftet er. Die ursprünglich zum Betrieb gehörende geschlossene Schweineproduktion mit 40 Zuchtsauen wurde eingestellt, als der wichtigste Kunde das Geschäft aufgab. Der Viehbestand umfasst heute eine kleine Mutterkuhhaltung und 20 Milchkühe. Im Ackerbau ist Kerzel in größere Dimensionen vorgestoßen – nämlich in der Ukraine: Von 2006 bis 2008 leitete der Niedersachse einen 5.000-ha-Betrieb, die Stern Agro GmbH. Seit dem Frühjahr 2008 arbeitet der Jungunternehmer in der Ukraine als selbstständiger Berater für die Simon Steiner Hopfen GmbH und hat die 6.000 ha Ackerfläche zweier Betriebe im Blick.

Förderpreis der Agrarwirtschaft 2009 - Benedikt Ley

Benedikt Ley

Benedikt Ley hat sich mit 18 Jahren seinen größten Berufswunsch erfüllt: sein eigenes landwirtschaftliches Unternehmen. Während der Ausbildung zum Landwirt gründete er ein Lohnunternehmen in Bichl im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. 2009 erwartet der mittlerweile 26-Jährige mit der Benedikt Ley GmbH einen Umsatz in einstelliger Millionenhöhe und beschäftigt 25 Mitarbeiter. Das Lohnunternehmen übernimmt Dienstleistungen im „Grünen Bereich“ – in Bayern und Österreich. Landwirte sowie kommunale und öffentliche Entscheider bekommen alle Leistungen aus einer Hand. Ley schafft einen Zusatznutzen: Was andere nicht wollen, verarbeitet er gewinnbringend weiter – seien es Grünabfälle, Pferdemist oder Hackschnitzel. Er denkt immer an Kreisläufe und findet dabei für nahezu alles einen Markt. Der 26-Jährige will in Ungarn investieren. Die Maschinen, die er hier nutzt, möchte er auch in Ungarn einsetzen. Sein Ziel: die Auslastung mindestens verdoppeln.

Förderpreis der Agrarwirtschaft 2009 - Anna Izabela Piasecka

Anna Izabela Piasecka

Anna Izabela Piasecka ist 1981 in Slupsk/Polen geboren, hat an der Fachhochschule in Flensburg Betriebswirtschaft studiert und arbeitet für die Agravis Raiffeisen AG. Mit gerade mal 25 Jahren hat Piasecka für ihren Arbeitgeber in Polen ein Joint Venture im Landhandel aufgebaut. Die Diplomkauffrau musste zunächst eine bestehende Tochtergesellschaft in Polen sanieren. Das Ergebnis: Mehrere Standorte wurden geschlossen und 20 Mitarbeiter mussten gehen. Zuvor regelte sie die Gründung des Joint Ventures und den Anteilsverkauf von 50 Prozent an die Osadkowski SA, den polnischen Partner der Agravis AG. Dank ihres Sprachtalents ging alles in Deutsch und Polnisch vonstatten. Piasecka war von Januar 2007 bis Mai 2009 Geschäftsführerin der neu gegründeten Osadkowski Raiffeisen mit Sitz in Wrzesina/Polen. Agravis hat die 28-Jährige im Juni 2009 in die Zentrale nach Münster geholt und mit der operativen Leitung von Tochter- und Beteiligungsgesellschaften betraut.

Förderpreis der Agrarwirtschaft 2009 - Philipp Spinne

Philipp Spinne

Für Philipp Spinne läuft alles nach Plan. Nach zweieinhalb Jahren bei der Agravis Raiffeisen AG stellt ihn sein Arbeitgeber für eine externe Promotion frei. Der gelernte Bankkaufmann und studierte Betriebswirtschaftler will nach der Promotion aber wieder zurück zur Agravis AG – insbesondere das operative Geschäft reizt ihn. Denn ihm gefällt die Arbeit mit Kunden und Lieferanten. Auch die Mitarbeiterführung liegt ihm am Herzen. Spinne ist ein Mann der Praxis und möchte seine Ergebnisse selbst umsetzen. Damit der Kontakt mit der Berufswelt nicht verloren geht, arbeitet er einen Tag pro Woche in der Zentrale in Münster. Dort betreut er weiterhin Projekte. Sein Forschungsthema, die Personalentwicklung im Agrarhandel, trifft auch bei der Agravis AG auf Akzeptanz. Spinne ist weltoffen und blickt über die Grenzen. Zahlreiche Praktika in unterschiedlichsten Agrarsparten und Ländern wie Malaysia, Australien und Südafrika weisen eine große Bandbreite auf.

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